Stiegl Bier, Braukunst aus Österrreich

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Die Stieglbrauerei zu Salzburg blickt auf eine langjährige Historie zurück. Bereits 1492 wurde sie urkundlich erwähnt, zu dieser Zeit vererbte Hans Peuntner die Brauerei. War sie bis dato als „Haus Bey der Stiegen“ bekannt, kürzte sich der Name im Laufe der Zeit auf „Stiegl Bier“.

Ausschlaggebend für den Namen war im Übrigen eine kleine Stiege, die sich neben dem Brauhaus befand. Fortwährend ging der Betrieb der Brauerei seinen zu dieser Zeit gewöhnlichen Gang. Selbst gebrautes Bier und selbstgemachte Spezialitäten wurden an Gäste weitergegeben, Salzburgs Bürger kamen zum abendlichen Umtrunk vorbei oder holten sich Bier in Kannen für den Hausgebrauch.

Mehrere Jahrhunderte lang gibt es in Salzburg stolze zwölf Privatbrauereien. Die Stieglbrauerei jedoch hebt sich bereits zu dieser Zeit als leistungsstärkste Brauerei der Stadt ab. Generell erfreute sich der Konsum von Bier und dem langsam aufkommenden Tabak größter Beliebtheit. Gemütliches Beisammensitzen, Erzählen, Rauchen und Bier trinken etablierten sich langsam, aber sicher in der breiten Gesellschaft. Circa 1780 wurde Johann Ambros Elixhauser in die Familie eingeheiratet, der der Stieglbrauerei zu weiterem Erfolg verhalf. Er galt als tüchtiger Geschäftsmann mit viel Geld und langjähriger Erfahrung in der Salzburger Brauereiszene. Mit seiner Unterstützung setzte sich die Stieglbrauerei gegen die 94 Brauereien, die es unterdessen in der Stadt sowie im Land Salzburg gab, durch. Der Anfang des nächsten Jahrhunderts brachte mit Regierungswechsel, Kriegserklärung und der Besatzung durch Napoleons Armee schwierige Zeiten für Salzburg und die Brauereien. Die Stieglbrauerei trotzte jedoch allen Herausforderungen. Als die Stadt und das Land Salzburg 1816 schließlich zu Österreich kamen, wird Salzburg zu einem sehr ruhigen Städtchen. Der Stieglbrauherr nutzt die ruhigen Zeiten und kauf 1820 einen Lagerkeller, in dessen darüberliegenden Garten Bier ausgeschenkt wurde und auch heute noch wird. 1860 übernimmt Josef Schreiner die Brauerei und legt einen weiteren Lagerkeller an. Der Betrieb galt für diese Zeit als hochmodern.

Unterdessen mussten sechs der Salzburger Brauereien im Zuge wirtschaftlicher Veränderungen schließen. Die Stieglbrauerei bleibt davon verschont und erlebt weiterhin Erfolge, wird sogar zweitgrößte Brauerei des Landes. Das Gasthaus empfängt weiterhin viele Gäste, die nun sogar mit dem Zug nach Salzburg reisen können. Deftiges Essen wie Schnitzel oder hausgemachte Blutwürste erfreuen sich in Kombination mit jeder Menge Bier sehr großer Beliebtheit. Im Sommer werden die Spezialitäten des Hauses auf der Terrasse des Stieglkellers genossen. Im Jahr 1875, 13 Jahre nach der Eröffnung des modernen Brauereibetriebs von Josef Schreiner, wird die Brauerei durch einen Brand zerstört. Schreiner, der die Brauerei als sein Lebenswerk betrachtete, empfand den Brand als schweren Schlag. Nichtsdestotrotz begann er ohne zu zögern mit dem Wiederaufbau der Brauerei. Nur wenige Monate später wurde bereits wieder gebraut und sogar eine Produktionssteigerung im Vergleich zur Zeit vor dem Brand vermerkt. Nachdem Schreiner dennoch nach Jahren voller Sorge verstirbt, will zunächst niemand die Brauerei übernehmen. Erst sieben Jahre später, 1887, kauft Franz Huemer sie. Sein Neffe Heinrich Kiener wird zum Geschäftsführer ernannt. Auch heute ist die Stieglbrauerei noch unter Leitung eines Mitgliedes der Kiener-Familie. Das Stieglbier wird wieder zunehmen beliebt und die Brauerei übersteigt 1914 sogar ihre einzige Konkurenzbrauerei, was sie zur größten Brauerei des Landes macht. Zu dieser Zeit wurden drei verschiedene Biersorten gebraut – dunkles Lagerbier, Spezialbier und helles Märzbier. Letzteres erhielt vielzählige Auszeichnungen und Goldmedaillen, was die Vertreter der Stieglbrauerei zum Namen „Goldbräu“ veranlasste. Nach 1945 beklagte der Betrieb, aufgrund des zweiten Weltkriegs, eine schlechte Rohstoffversorgung. Es dauert zwei Jahre bis wieder Bier mit den gewohnten Qualitätsansprüchen angeboten wird.

Als Heinrich Kiener 1990 verstirbt, übernimmt Dr. Heinrich Dieter Kiener die Brauerei und bringt eine Vielzahl neuer Ideen in den Betrieb. Er eröffnet eine Bierausstellung, welche gleichzeitig als Veranstaltungsraum für Konzerte und Theateraufführungen genutzt werden kann. Außerdem baut er Gleisanlagen für einen umweltfreundlichen Transport der Rohstoffe und lässt neue Niederlassungen entstehen. Bis heute ist die Stieglbrauerei die größte Privatbrauerei Österreichs und verspricht ihren Kunden erstklassiges Bier in bester Qualität. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, so nachhaltig, wie möglich zu arbeiten. Unter dieser Prämisse werden regionale Zutaten zum Brauen genutzt, das bedeutet konkret die Verwendung von Hopfen, Gerste und Quellwasser aus Österreich sowie die Unterstützung heimischer, österreichischer Bauern. Des Weiteren legt Dr. Kiener Wert auf den Einsatz umweltfreundlicher Energien sowie auf eine faire Bezahlung der Bauern.

Das Hauptsortiment der Stieglbrauerei umfasst Stiegl-Goldbräu, Stiegl-Leicht, Stiegl-Radler Zitrone / Grapefruit, Stiegl-Holler-Weisse, Stiegl-Pils, Stiegl-Pale Ale, Stiegl Paracelsus-Zwickl, Stiegl-Weisse, Stiegl Herbst-Gold, Stiegl-Spezial, Stiegl-Bock sowie die alkoholfreien Getränke Stiegl Sport-Weisse, Stiegl-Freibier und Wildshuter Aronia-Flüx, wobei es sich beim letzten Getränk um Limonade handelt. Erweitert wird das Sortiment durch die Sondereditionen Stiegl-Hüttengaudi und Braukunst-Edition. Die Stiegl-Hüttengaudi verspricht mit abziehbaren Etiketten, auf deren Rückseiten unterschiedliche Aufgaben zu finden sind, jede Menge Spaß und den ein oder anderen Lacher. Die Braukunst-Edition hingegen präsentiert, in Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst in Wien, die besten Etiketten, die diese Kooperation in den letzten Jahren hervorbrachte. Ergänzt wird das Brauereigelände von der Erlebniswelt „Stiegl-Brauwelt“. Diese beinhaltet eine Bierausstellung, die zum Mitmachen einlädt, eine eigene Gastronomie – selbstverständlich mit Ausschank – sowie den Brauereishop. In der Stiegl-Brauwelt lässt sich vom Rohstoff bis zum fertigen Bier der komplette Brauprozess nachvollziehen. Außerdem kann hier alles über die Brauereigeschichte und anderes Wissenswertes zum Thema Bier erfahren werden. Das Braukino ermöglicht einen Rundumblick, der den Besuchern das Gefühl gibt mittendrin zu sein und ihnen ermöglicht von der Herkunft der Rohstoffe bis zur Flaschenabfüllung dabei zu sein. Darüber hinaus bietet die Stieglbrauerei diverse Veranstaltungen wie den Gastrostammtisch, die Knödelwoche, das Bierseminar, den Tag der offenen Flasche oder sonntägliche Puppentheatervorstellungen an. Öffnungszeiten und Veranstaltungstermine lassen sich der Internetpräsenz der Stieglbrauerei entnehmen. Der Braushop bietet neben dem Biersortiment und dazu passenden Gläsern jede Menge Stiegl-Fanartikel an. Dazu zählen zum Beispiel Mützen, Jacken, Sportartikel sowie Spiele, sogar Ausstechformen und Wärmflaschen sind vor Ort und im Onlineshop erhältlich.

Ganz gleich ob Groß oder Klein, Bierliebhaberin oder Alkoholfreitrinker – ein Ausflug in die Stieglbrauerei lohnt sich für alle gleichermaßen.

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